Fluchtweg

Gesetzliche und baurechtliche Vorschriften

Fluchtweg

Sie haben die Wand wir die passende Tür.

In einem Fluchtweg gelten gesetzliche und baurechtliche Vorschriften. Diese sind vom Besitzer bzw. Betreiber bereits bei der Planung zu beachten. Aber auch die bestehende Fluchtwegsicherung muss durch geschultes Personal jährlich überprüft werden. Was also ist ein Fluchtweg und wo genau liegt der Unterschied zwischen einem Fluchtweg und einem Rettungsweg? Rettungswege sind Wege über den Rettungskräfte zu den in Not befindlichen Personen vordringen können, um von diesen unmittelbare Gefahr abzuwenden. Das Anlegen von Rettungswegen zählt zu den Maßnahmen des baulichen Brandschutzes. Der Rettungsweg soll es den Rettungskräften ermöglichen, Personen aus einer Gefahrenlage zu befreien. Für jede Nutzungseinheit mit mindestens einem Aufenthaltsraum müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein. Fluchtwege dienen der Flucht der Bewohner, Beschäftigten, Kunden und anderer Personen. Über diesen weg können Sie sich selbst in Sicherheit bringen. Fluchtwege sind Verkehrswege, an die besondere Anforderungen zu stellen sind und die der Flucht aus einem möglichen Gefährdungsbereich und in der Regel zugleich der Rettung von Personen dienen. Fluchtwege führen ins Freie oder in einen gesicherten Bereich. Fluchtwege im Sinne dieser Regel sind auch die im Bauordnungsrecht definierten Rettungswege, sofern sie selbstständig begangen werden können.“ [ASR A2.3 (Ziff. 3.1)]

Bei Türen in Flucht- und Rettungswegen bestehen verschiedene Interessen, die unterschiedlich, ja sogar gegensätzlich sind. Sicherheitsfachleute wollen diese Türen in beiden Richtungen schließen, um den Zutritt zu einem Gebäude zu kontrollieren. Für die Bauaufsicht, die Berufsgenossenschaft, die Feuerwehr und die Gewerbeaufsicht dagegen müssen sich die Türen jederzeit von innen öffnen lassen: Sie haben im Gefahrenfall das schnellstmögliche Verlassen des Bauwerks für alle Personen sicherzustellen. Die Feuerwehr fordert darüber hinaus,dass die Türen Lösch- und Rettungseinsätze nicht behindern, sich also auch von außen öffnen lassen. Letzteres hingegen wollen in der Regel der Betreiber und Versicherer nicht.

Um diese gegensätzlichen Forderungen unter einen Hut zu bekommen gibt es elektrische Verriegelungssysteme. Den Einsatz regelt die EltVTR – Richtlinie über elektrische Verriegelungssysteme von Türen in Rettungswegen Es dürfen nur bauaufsichtlich durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) zugelassene Kombinationen von Elementen verwendet werden. Eine Mischung von Komponenten aus unterschiedlichen Zulassungen ist nicht zulässig. Eine Abnahme darf nur von Sachkundigen erfolgen. Diese sollten sich regelmäßig durch Vorlage von Prüfzeugnissen die Zulassung des Systems bestätigen lassen. Sie sind verpflichtet, sich über die aktuelle Systemtechnik auf dem Laufenden zu halten und ihr Produktwissen regelmäßig zu aktualisieren. Ein elektrisches Verriegelungssystem ist eine Gerätekombination, die Türen in Rettungswegen verriegelt und im Gefahrenfall auf Anforderung, z. B. durch flüchtende Personen, freigibt. Ein elektrisches Verriegelungssystem besteht mindestens aus einer Steuerung, einer Nottaste und einer elektrischen Verriegelung nach dem Ruhestromprinzip. Zusätzlich zu den bauaufsichtlichen Anforderungen bieten die Systeme erweiterte Überwachungsfunktionen der Türe, Kombination mit Zutrittskontrollanlagen und eine Integration in Gefahrenmanagementsysteme an. Der Betreiber hat die jährlichen Prüfungen zu veranlassen und die Bescheinigungen der Bauaufsichtsbehörde auf Verlangen vorzulegen.

Neben dem Einbau von Fluchttürtechnik, können wir natürlich auch die Abnahmeprüfung, sowie die jährliche  Überprüfung (Wartung) durchführen.

Panikschlösser

Türen in Fluchwegen müssen sich jederzeit in Fluchtrichtung mit einem Griff öffnen lassen. Die dazu notwendigen Panikschlösser entriegeln die Tür durch Betätigung des Drückers. Die Schlösser lassen sich auch selbstverriegelnd ausführen, so dass der sogenannte versicherungstechnische Verschluss jederzeit gegeben ist.
Man unterscheidet:

Panikfuktion E: Wechselfunktion

Die Tür ist auf der einen Seite mit einem Drücker und auf der anderen Seite mit einem feststehenden Knopf ausgerüstet Von aussen ist der Zugangs nur mit einem Schlüssel möglich. Von innen kann die Tür jedezeit geöffnet werden (Wechselfunktion).

Panikfunktion B: Umschaltfunktion

Die Tür ist beidseitig mit Drückern ausgerüstet. Die abgesperrte Tür kann von innen über die Panikfunktion im Schloss geöffnet werden. Der äußere Drücker ist in Leerlauffunktion. Durch Entriegeln mit dem Schlüssel bis zum Anschlag wird die Normalfunktion erreicht und die Tür ist von innen und außen mittels Drücker zu öffnen. Durch Vorsperren mit dem Schlüssel werden Panik- und Leerlauffunktion wiederhergestellt (Umschaltfunktion).

Panikfuktion C: Schließzwangfunktion

Die Tür ist beidseitig mit Drückern ausgerüstet. Die abgesperrte Tür kann von innen über die Panikfunktion im Schloss geöffnet werden. Der äußere Drücker ist stets in Leerlauffunktion. Durch Entriegeln mit dem Schlüssel bis zum Anschlag wird die Leerlauffunktion ausgeschaltet und die Tür ist von innen und außen mittels Drücker zu öffnen. Ein Abziehen des Schlüssels ist jedoch erst wieder nach Vorsperrung, d. h. Wiederherstellung der Leerlauffunktion, möglich (Schließzwang).

Panikfuktion D: Durchgangsfunktion

Die Tür ist beidseitig mit Drückern ausgerüstet. Die abgesperrte Tür kann von innen über die Panikfunktion im Schloss geöffnet werden. Wird der Innendrücker über die Fluchtfunktion betätigt, ist die Schlossnuss wieder eingekuppelt. Die Verriegelung der Tür erfolgt immer erst über eine Betätigung über den Schließzylinder.

Fluchttür

Fluchttür

Fluchttür 2

Fluchttür